Innsbruck Naturfoto Bertl Menegoni               Hauptseite               Galerie


Über HDR in der Naturfotografie

HDR heisst High Dynamic Range, was auf Deutsch soviel wie Hoher Belichtungsbereich
bedeutet. Hätten wir Kameras mit Sensoren, die Helligkeitsunterschiede von 20 Blenden-
stufen bewältigen könnten, bräuchten wir keine Belichtungsautomatiken, ja überhaupt
keinen Belichtungsmesser mehr. Wir könnten einfach ein Motiv anvisieren und auslösen
und wir hätten immer ein richtig belichtetes Foto.

Aber dem ist leider nicht so.
Die unzureichende Fähigkeit analoger und digitaler Bildspeichermedien, in der
Natur häufig vorkommende starke Kontraste sehgerecht wiedergeben zu können, ist
ein zentrales Thema seit den Anfängen der Fotografie: wie belichte ich richtig?

Generationen von Fotografen haben schon mit allen möglichen Mitteln versucht dieses
Problem zu lösen. Heinrich Kühn, eine der bedeutendsten Figuren des Pictorialismus
in Europa um 1900 beschreibt das, perfekt auf den Punkt gebracht, in seinem 1921
erschienen Buch "Die Technik der Lichtbildnerei" im Kapitel über mehrschichtige
Gummidrucke. "Alle Versuche, mag man sie anstellen wo und wann man will, beweisen
nähmlich immer wieder, dass man ein wahrheitsgetreues photographische Abbild
eines Gegenstandes nur dadurch erreicht, dass man eine unterkopierte und eine
überkopierte Schicht miteinander vereint!"

Auch Ansel Adams, ein Miterfinder der Zonentechnik,  hatte mit seiner Methode
nur ein Ziel. Die Wirklichkeit mit möglichst wenig Verlust an Tonwerten auf das
Papier zu bringen.

Um wieder auf die Naturfotografie zurückzukommen. Photoshop und Raw-Konverter
sind mächtige Werkzeuge, die mir helfen zu noch besseren Ergebnissen zu kommen.
Je nach dem, ob bewegliche oder unbewegliche Motive, nutze ich  zwei unterschiedliche
Vorgangsweisen.

Bei Landschaften oder sonstigen statischen Motiven stelle ich die Kamera
auf AE-Bracketing und Serienbild. Ich bekomme schnell hintereinander
drei verschieden belichtete Bilder.  Zu Hause versuche ich dann in aller Ruhe
mittels Ebenen und Masken ein Bild herzustellen, das dem Motiv wie ich
es gesehen habe, möglichst nahe kommt.
 

Bei bewegten Motiven entwickle ich die RAW-Datei einmal auf die Tiefen und einmal
auf die Lichter. Dabei achte ich genau darauf, dass kein Bildrauschen durch zu starkes
Aufhellen der Schatten entsteht.  Diese Arbeitsabläufe sind sehr wichtige Teile
auf meinem Weg zum feinen Print.

Vielleicht erleben wir in nicht allzuferner Zukunft doch noch eine EOS 1D Mark VII
mit einem Sensor der 20 oder 25 Blenden Helligkeitsumfang bewältigt. Dann würde
es nicht mehr lange dauern und wir hätten das auch in der Mittelklasse zur Verfügung.
Dass es jetzt schon technisch möglich ist, beweist die
HDR-Panorama-Kamera SPHERO-CAM.

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